Quo vadis – Region Nordhausen?

Am 18. Juni 2002 war es endlich so weit. Der vom VWN Wochen zuvor beschlossene Workshop „Quo vadis – Region Nordhausen“ wurde Wirklichkeit. Der Workshop sollte verbandsübergreifend die Aktivitäten für die nachhaltige Entwicklung anregen bzw. verstärken.

Dazu wurden als Basis für eine sachliche, fundierte Diskussion eine Analyse der naturräumlichen Ausstattung sowie der infrastrukturellen und Humanressourcen vorangestellt. Die Vertreter von Industrie, Gewerbe, Dienstleistern einschließlich Handwerk, Land- und Forstwirtschaft sowie Handel verdeutlichten mit den Beiträgen ihrer Interessenvertreter Ziele sowie Vorstellungen für erfolgreiche Wege zum Erreichen der Ziele in der und für die Region. Kritisch angesprochen wurden dabei auch die Hemmnisse und Erfordernisse zur Überwindung der Hemmnisse durch die von den Behörden zu schaffenden Rahmenbedingungen für die nachhaltige Existenz der bestehenden und zur Ansiedlung  neuer Unternehmen.

Der Vertreter des Thüringischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Infrastruktur versicherte, der Entwicklung der erforderlichen Rahmenbedingungen in Nordthüringen eine besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Gleichzeitig warb er für das Verständnis, dass die Verteilung der Investitionsmittel für die Infrastruktur nicht losgelöst von den Gegebenheiten und Zielen der Gesamtentwicklung im Freistaat erfolgen kann.

Der Workshop wollte und konnte keine neuen Sachverhalte vermitteln. Es wurde vielmehr die Komplexität der ökonomischen, ökologischen und sozialen Sachverhalte verdeutlicht, die für die Entwicklung der Region bestimmend ist.

Im Ergebnis der Diskussion wurden Positionen und konkrete Lösungsschritte für eine erfolgreiche nachhaltige Entwicklung in der Region fixiert.

Beispielhaft werden genannt:

  • Die Zusammenarbeit der Wirtschaftsförderung von Landkreis und Stadt ist deutlich zu verstärken.
  • Die Bemühungen zur Schaffung der Rahmenbedingungen für Industrieansiedlungen sind zu intensivieren.
  • Bildung einer Sachverständigengruppe bestehend aus Vertretern der gewerblichen Unternehmen, der Dienstleister, der Handwerkerschaft, der Landwirtschaft sowie des Handels.
  • Aufbau einer Datenbank mit den für eine erfolgreiche Wirtschaftsförderung unverzichtbaren Daten zur Infrastruktur, zu den natürlichen Ressourcen sowie zu den sozialökonomischen Entwicklungen als Basis für die zielorientierte Entscheidungen, die die komplexen Zusammenhänge berücksichtigt.
Presseveröffentlichung TA vom 24.07.2002

Nach zwei Jahren müssen wir feststellen:

  • Der Sachverständigenausschuss nahm seine Tätigkeit auf.
  • Die Entwicklung des Industriegebietes Goldene Aue ist weit hinter der Planung zurückgeblieben.
  • Der Vorschlag zum Aufbau eines komplexen Informationssystems mit multifunktionaler Nutzung durch die verschiedenen Behörden und Interessenvertretungen wurde von den Behörden bzw. der Wirtschaftsförderung nicht aufgegriffen bzw. ist in isolierten Einzelprojekten stecken geblieben.

Der VWN wird sich im Zusammenhang mit dem Kooperationsnetzwerk Wirtschaftsgut Baustoffe mit einer Beispiellösung und damit einem Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Region Nordthüringen aktiv einbringen.

Dr. Norbert Meinert