Wirtschaft, Biosphärenreservat und Tourismus

Nach Ideen der UNESCO ist innerhalb eines Biosphärenreservat ein Ausgleich zu schaffen zwischen Ökologie, Ökonomie und sozialen Belangen. Der NUV muss auf Grund der Erfahrungen aus der Vergangenheit (Vorstudie zum Biosphärenreservat) befürchten, dass ein solcher Konsens in Nordhausen nicht unvoreingenommen gefunden wird. Das Biosphärenreservat, so die berechtigte Befürchtung, wird eine einseitige, ökologielastige Ausprägung haben, die von der Wirtschaft nicht akzeptiert werden kann. Eher ist anzunehmen, dass die Intention der Befürworter eines Biosphärenreservates primär die Verhinderung von Wirtschaft und insbesondere der Rohstoffwirtschaft ist.

Am Beispiel des Biosphärenreservates Rhön wird deutlich, welch unterschiedliche Effekte eine solche Schutzkategorie hat. Während in Bayern und Hessen, die über eine gut ausgebildete und starke Wirtschaft-, Industrie- und Tourismusinfrastruktur bereits verfügen, das Biosphärenreservat durchaus noch einen zusätzlichen Vermarktungsvorteil bringen kann, hemmt ein Biosphärenreservat in einer strukturschwachen Region, wie in der Thür. Rhön, eher die wirtschaftliche Entwicklung, auch im Tourismus. Daher kann für den LK Nordhausen nur die dringende Empfehlung lauten, ein Biosphärenreservat zum jetzigen Zeitpunkt abzulehnen, da noch ein Erhebliches an Wirtschafts- und Infrastrukturentwicklung zu leisten ist.

Die Biosphärenreservatsverwaltung wird zu einer eigenständigen und zusätzlichen Genehmigungsbehörde, die Projekte nicht nur erschweren, in bestimmten Zonen z. T. verhindern können.

Bernhard Andres