Industriestandort Nordhausen – Industriegebiet „Goldene Aue“

Die an hohen Arbeitslosenzahlen messbare Stagnation der Wirtschaft unserer Region und die spürbare Abkopplung von der wirtschaftlichen Entwicklung in der Mitte und im Süden Thüringens waren Anlass für unsere Verbände, zunehmend auf breiter Basis Lösungsansätze für nachhaltige Veränderungen zu diskutieren und sich für die zügige Planung und Realisierung entscheidender Projekte einzubringen. So waren sich die Mitgliedsunternehmen einig darüber, dass in konzentrierter Weise alle Kräfte gebündelt werden müssen, um für das Industriegebiet „Goldene Aue“ als einem der entwicklungsbestimmenden Infrastrukturvorhaben kurzfristig Planungssicherheit und Baurecht herzustellen und damit die Ansiedelung bedeutender Industrieunternehmen zu ermöglichen. Unsere Verbände haben geltend gemacht, dass die Ausweisung des Industriegebietes und die dadurch mögliche Werbung für potentielle Großinvestoren perspektivisch gute Bedingungen für die Entwicklung eines gesunden Mittelstandes, für die Förderung des Handwerkes und für die Inanspruchnahme vielfältiger Dienstleistungen schafft. Erfahrungsgemäß wird der Standort wegen seiner günstigen Verkehrsinfrastruktur weitere Ansiedelungen in der Region initiieren.

Thüringer Allgemeine, 24.07.2002

Im direkten Dialog mit Vertretern der verschiedensten gesellschaftlichen Bereiche haben die Mitgliedsunternehmen unserer Verbände auch klargestellt, dass der regionalen Wirtschaft am vernünftigen Umgang mit vorhandenen Ressourcen und an der Erhaltung einer lebenswerten Umwelt gelegen ist, aber jeder unqualifizierte Widerstand gegen die Planung kontraproduktiv ist. Ein von Widerstand, Hemmnissen und Bürokratie geprägtes Investitionsklima beeinflusst die Landesplanung für den Standort Nordthüringen als Industrieregion negativ und mindert das Interesse potentieller Investoren.

Februar 2001

Der Planungsverband für das Industriegebiet „Goldene Aue“ konnte und kann sich auf das eindeutige Votum der Mitgliedsunternehmen der jetzt fusionierten Verbände stützen. So hat der IST im Januar 2001 im Ergebnis einer breit angelegten Diskussionsrunde mit einer umfassenden Pressenerklärung eine klares Bekenntnis abgegeben. Der gemeinsame Sachverständigenausschuss hat sich in einigen Gesprächsrunden im Beisein kompetenter Vertreter des Planungsverbandes und von Entscheidungsträgern der Verwaltungen mit Hemmnissen und Mängeln im Planungsprozess auseinandergesetzt, um weitere, für die Region schädliche Verzögerungen oder Fehlentscheidungen verhindern zu helfen. So wurden u.a. am 12.05.2003 im Beisein des Landrates, des Städtischen Dezernenten für Bau und Wirtschaft sowie des Regionalmanagement in Auswertung der Ansiedelung der Daimler-Chrysler-Gruppe im Raum Sömmerda Schlussfolgerungen zur Entwicklung eines Industriestandortes im Raum Nordhausen diskutiert und zugleich die Erwartungen der regionalen Wirtschaft an die weitere Präzisierung der Thüringer Landesentwicklungskonzeption definiert.

Thüringer Allgemeine,14.06.2003

Der Sprecher des IST hat im Rahmen einer öffentlichen Anfrage in der Kreistagssitzung vom 23.04.2002 die Fraktionen um Stellungnahme zur Entwicklung des Industriegebietes „Goldene Aue“ gebeten und einen Appell an die Kreistagsabgeordneten gerichtet, unvoreingenommen und aktiv zu einem schnellen vernünftigen Konsens der Interessengruppen durch Öffentlichkeitsarbeit beizutragen und eine positive Standortentscheidung beschleunigen zu helfen. Auf der Grundlage seiner klaren Positionierung für den Standort wurde der Landrat gebeten, seinen Einfluss auf die zügige Abarbeitung der vorliegenden Einsprüche und anstehenden Probleme geltend zu machen. Gleichlaufend wurde die Landesregierung mit einem offenen Brief der regionalen Wirtschaftsverbände auf die Konsequenzen weiterer Verzögerungen der Industrieansiedlung für die Region Nordthüringen aufmerksam gemacht.

Auszug aus dem offenen Brief an den Wirtschaftsminister Schuster (Februar 2001):

"Unsere Region Nordthüringen und somit auch unsere Unternehmen können nur durch wirklich große Investitionsvorhaben wirtschaftlich gestärkt werden. Keines der bisher in Nordthüringen bereits erschlossenen Gewerbegebiete erfüllt die Anforderungen für eine Industrieansiedlung. Denn Industrie braucht große Flächen und muss hohen immissionsschutzrechtlichen Anforderungen standhalten. Weil wir nicht resignieren, sagen wir heute ganz klar: Die Wirtschaftsverbände unserer Region stehen hinter dem Planungsverband „Goldene Aue“ Windehausen! Mit ihrer Hilfe werden wir es schaffen.

Wir würdigen besonders, dass der Freistaat Thüringen schon ein deutliches Signal setzte, als er Fördermittel für den Bebauungsplan bewilligte und auszahlte und damit das Industriegebiet als ein Vorhaben mit besonderer wirtschaftlicher Bedeutung klassifizierte. Gehen Sie mit Ihren Kollegen bitte auch den letzten entscheidenden Schritt – fassen Sie den Kabinettsbeschluss für das Industriegebiet in der Goldenen Aue."

Wir gehen davon aus, dass mit der Information im Amtsblatt der Stadt Nordhausen vom 19.06.2004 endlich die Signale auf freie Fahrt für den erfolgreichen Abschluss der Planungen und für den Start in die konkrete Investitionsvorbereitung gesetzt wurden.

Günter Schulz